Ausschnitte aus Mitgliederbriefe
Ganz besonders genossen wir die Nähe der Geschäfte. Direkt gegenüber begann die kleine Fußgängerzone, für jemand, der für jeden Einkauf das Auto braucht, war das eine herrliche Urlaubserfahrung.
- Karin und Konrad Holl
Neuer Tauschbericht!
Sie hatten mich gebeten, Ihnen einen Erfahrungsbericht über meine (inzwischen 7 !!!) Haustausche zu schreiben. Diesem Wunsch komme ich sehr gerne nach, denn unsere Erfahrungen sind durchweg positiv!
Für mich als alleinerziehende Mutter dreier Kinder ist diese Form des “Urlaubens” ideal! Einerseits, weil ich pro Tag sicher an die 70-100 Euro für die Ferienwohnung spare. Doch zuallererst schätze ich inzwischen mehr denn je, dass sich hierdurch Möglichkeiten ergeben, das jeweilige Land kennen zu lernen, wie es wohl als Hotel- oder FeWo-Tourist nicht machbar wäre. Wir wurden immer in den jeweiligen Bekannten- oder Verwandtenkreis eingebunden.
In Irland wurden wir durch den gleichzeitigen Autotausch (irisches Kennzeichen!), gute englische Sprachkenntnisse und meine rötlichen Haare sogar als Iren angesehen und fühlten uns somit überhaupt nicht fremd. Damals war mein Ex-Mann noch dabei und wir konnten die Jugendlichen der Nachbarschaft als Babysitter anheuern, um abends einen Pub zu besuchen. In Italien, am Gardasee war ich dann schon allein und konnte die Hilfe der Nachbarschaft in Anspruch nehmen, als wir einen kleinen Blechschaden an der Beifahrertür reparieren lassen mussten.
Die Kinder haben so gut wie immer Spielkameraden und Spielzeug gehabt, da wir immer passende Familien fanden. Jedesmal tauschten wir uns vorher mit unseren Tauschpartnern über Wünsche und Ziele für Freizeit oder Hilfen aus und kamen so in Häuser oder Wohnungen, die uns entsprachen. So lernten meine Mädels ganz natürlich fremdes Eigentum zu achten, denn schließlich waren geschlossene Räume oder Schränke immer ein Tabu! Zweimal hatten wir das Glück, ein Klavier vorzufinden, auf dem sich meine beiden Kleinen das Klavierspielen selbst beibrachten.
Ich habe festgestellt, dass die Tauschpartner immer sehr aufgeschlossene, vertrauenswürdige und sehr freundliche Menschen sind. Zu einigen haben wir immer noch Kontakt und werden sicher mal wieder tauschen oder uns gar besuchen. Gerade letztes Wochenende sind wir für drei Tage nach Chur gefahren und haben mit einem älteren Ehepaar getauscht. Auch das geht mit Kindern, wenn man einfach nur mal “durch die Gegend fahren” will. “Unser” Überlingen am Bodensee, fanden bisher alle, ob es nun Italiener, Iren, Schweizer oder sogar Deutsche waren, wunderschön. Wir haben zuerst mit unserem Haus, danach mit meiner ersten Mietwohnung (Vermieters Zustimmung eingeholt!) und später dann mit dieser, meiner zweiten Mietwohnung getauscht. Für die Vermieter war es so, als ob Freunde von mir zu Besuch waren und ich als Gastgeberin eben nicht Zuhause war.
Dies ist zusammengefasst die kulturell beeindruckenste, finanziell günstigste, seelisch und geistig die lehr- und aufschlussreichste Urlaubserfahrung, die man machen kann!
Ich will nicht mehr anders “urlauben”!
Mit ganz herzlichen Grüßen und vielleicht sehen wir uns ja wirklich mal …. :-)))
Ihre Heike Haas
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Sylvester war ich in Paris
Alle meckern über Berlin – ich nicht! Und sollte es selbst mir mal zu ungemütlich werden hier, dann guck’ ich mir die Stadt einfach mit anderen Augen an. Dann fahr’ ich weg oder lass’ mich besuchen oder beides auf einmal. Wie das geht? Ganz einfach: per Wohnungstausch – das ist Urlaub wie zuhause – nur schöner. Man setzt sein eigenes Heim in einen Katalog – beschreibt Lage und Ausstattung – und wartet auf den Postboten mit den Angeboten aus aller Welt! Häuser mit Blick auf den Atlantik oder das Mittelmeer – Wohnungen am Petersdom – Hausboote in San Francisco… So hab’ ich schon eine Woche lang unter lauter Millionären im feinen London-Hampstead gelebt und wurde Herrin eines Hauses an der Amsterdamer Herrengracht!
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Sylvester war ich in Paris. Der Eiffelturm hat gefunkelt, der Champagner hat gesprudelt – schade nur, daß die letzte Metro nachts um halb zwei abgefahren war! Die Busse hatten schon am Nachmittag den Dienst eingestellt. So viel zum Metropolengejammer. (London wirkt übrigens noch therapeutischer auf Berliner Nahverkehrs Nörgler)!
Bei Camillo in Belleville kamen wir uns richtig französisch vor – wenn wir us aus dem Schlafzimmerfenster gelehnt haben, konnten wir sogar den Eiffelturm sehen. Die Wohnung war richtig süß und pariserisch. Jetzt weiß ich auch, warum die Franzosen so klein und zierlich sind – sonst hätten sie zuhause gar keinen Platz. Für meine Freundin Karin, 1 Meter 75 große Saarländerin war das nichts. Einmal umdrehen, schon war die Lampe vom Kaminsims gefallen
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Während wir also durch’s Paris geschlendert sind und us im Café die Apfeltart haben schmecken lassen (köstlich: zehn Mark das Stück, Sahne: DM 1.) waren Camillo und sein Freund Didier in Berlin zum ersten Mal im Leben! Sie waren entzückt! Die beiden kamen aus dem Schwärmen gar nicht wieder raus. Was für eine riesige Wohnung! Nicht für Schöneberger, wohl aber für Pariser Verhältnisse (Camillos ganzes Heim paßt in mein Berliner Zimmer rein). Wie freundlich die Menschen hier sind! So hilfsbereit! Und wie sprachgewandt – kein Franzose spreche so gut Englisch wie die Deutschen hier, von anderen Sprachen ganz zu schweigen. Ach und die Kultur! In der Oper sind sie gewesen – “Aida” (so gut und so günstig!) im Pergamonmuseum und in der Sammlung Berggruen, in der Gemäldegalerie haben sie gar einen ganzen Tag verbracht – in einer Woche haben die beiden mehr Berliner Museen gesehen als unsereins im ganzen Jahr! Ins Café am Kurfürstendamm haben sie sich auch gesetzt, haben bei Möhring für Kaffee, Kuchen und Schokolade (“wonderful”) so erzählen sie, die Hälfte von dem bezahlt, was sie in Paris hätten hätten hinlegen müssen. Ach, jubeln sie, was für eine lebendige Stadt!
Liebe Berliner Meckerer: Tauschen Sie doch auch mal Ihre Wohnung!
Susanne Kippenberger
